Eisvogel

FFH-Schutzgebiet Ilmenau

Eisvogel im Schutzgebiet Ilmenau

Die Ilmenau ist das bedeutendste Gewässer der Lüneburger Heide. Direkt vor den Toren Hamburgs, bei Hoopte, mündet sie in die Elbe. Unter den Elbe-Zuflüssen gilt sie als wichtigste Vertreterin des Flusstyps "Heidebach". Hinsichtlich der Pflanzen- und Tierwelt ist sie von weit überregionaler, teils europäischer Bedeutung.

Eisvogel

Eisvogel Webcam

Eisvogel Webcam

Aktuelles Bild der Eisvogel-Webcam.

Tafel 22: Der Eisvogel

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Das blaue Wunder

Eisvögel (Alcedo atthis) sind seltene Tiere, doch jeder kennt sie! Hier an der Ilmenau sieht man sie oft – wenn sie wie ein blauer Blitz vorüber fliegen, oder wenn sie statuengleich auf einem Ast über dem Fluss sitzen, um plötzlich pfeilschnell ins Wasser einzutauchen! Obwohl sie hin und wieder auch Insekten oder kleine Frösche erbeuten, sind ihre Hauptnahrung Fische wie zum Beispiel die Elritze oder das Rotauge.

 

Leben mit dem Wasser

Eisvögel haben hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: Da sie auf Sicht jagen, benötigen sie Äste, die über den Fluss ragen (so genannte Sitzwarten) und klares Wasser. Besonders kompliziert gestaltet sich das Brutgeschäft: Eisvögel graben sich Höhlen in steile, senkrechte Uferabbrüche oder an den Wurzeln umgestürzter Bäume. Sie sind also auf naturnahe Fließgewässer angewiesen, in denen das Wasser immer wieder neue Strukturen schafft!

 

Schnelle Liebe, kurzes Leben

Eisvögel werden bereits im ersten Lebensjahr fortpflanzungsfähig und legen dann jeweils 6-7 Eier. Viele Paare brüten in einem Jahr sogar zweimal! Warum der Eisvogel dennoch relativ selten ist, erklärt sich mit einer hohen Sterblichkeit. Nur wenige Tiere werden älter als drei Jahre. In besonders kalten Winter verhungern viele "Fiere, wenn die Gewässer vereisen. In regenreichen Sommern mit starken Hochwassern ertrinken ganze Bruten in überfluteten Wohnhöhlen.

 

Ein sicherer Ort!

Auf der gegenüberliegenden Uferseite hat die Untere Naturschutzbehörde eine Eisvogelwand errichtet. Von hier sieht man nur das Holzbrett mit den kreisrunden Eingängen, aber dahinter verbirgt sich eine ganze Herberge: In dem Erdhügel befindet sich ein mit Lehm und Sand gefüllter 1000-Liter-Kasten. Durch vorgebohrte Gänge können die Tiere ins Innere des Kastens gelangen und dort ihre Bruthöhlen selbst ausbauen. Ein stabiler Draht über dem Kasten lässt Regenwasser hindurch, aber schützt die Vögel vor Ratten und anderen Fressfeinden.

 

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