Eisvogel

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Eisvogel

FFH-Schutzgebiet Ilmenau

Eisvogel im Schutzgebiet Ilmenau

Die Ilmenau ist das bedeutendste Gewässer der Lüneburger Heide. Direkt vor den Toren Hamburgs, bei Hoopte, mündet sie in die Elbe. Unter den Elbe-Zuflüssen gilt sie als wichtigste Vertreterin des Flusstyps "Heidebach". Hinsichtlich der Pflanzen- und Tierwelt ist sie von weit überregionaler, teils europäischer Bedeutung.

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Unterwegs auf dem Ilmenauradweg

klein mittel groß

Die Ilmenau ist das bedeutendste Gewässer im großen Naturraum der Lüneburger Heide. Sie entspringt südlich von Uelzen, in der Nähe des 92 Meter hohen Faßberges. Direkt vor den Toren Hamburgs, nördlich von Winsen (Luhe), mündet sie in die Elbe und überwindet dabei einen Höhenunterschied von rund 90 Meter. Unter den Elbe-Zuflüssen gilt sie im Oberlauf als wichtigste Vertreterin des Flusstyps "Heidebach". Im Unterlauf durchfließt sie den Niederungsbereich der Elbe und verlangsamt hier ihre Fließgeschwindigkeit. Im Hinblick auf Fauna und Flora ist sie von weit überregionaler, teils europäischer Bedeutung. Der enorme Wert des Fließgewässersystems Ilmenau spiegelt sich in der Ausweisung als Schutzgebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtline (FFH) wieder.

Die Ilmenau ist im Ober- und Mittellauf ein sommerkühles, nicht zufrierendes Gewässer mit relativ ausgeglichener Wasserführung. Überflutungen der Aue sind selten. Während Gewässertiefe und -breite natürlicherweise nur mäßig variieren, weisen Strömung und Sohlenstruktur größere Unterschiede auf. Ausgeprägte Kies- und Schotterbänke, feste Sandbänke, vereinzelte größere Steine und Schlammablagerungen sowie Totholz sind typisch. Vielfältige Gewässerstrukturen bis hin zu harzähnlichen Mittelgebirgsbach-Ausprägungen sind im Einzugsgebiet der Ilmenau zu finden.

Im Unterlauf wird die Ilmenau in der Elbniederung zu einem langsam fließenden Gewässerlauf in weiter, offener Landschaft und stößt hier auf Schwemmlandböden, insbesondere gekennzeichnet durch den nährstoffreichen „Kleiboden―. Der reiche Bewuchs am Gewässer verleiht der Landschaft ein eigenes Erscheinungsbild und unterscheidet sich deutlich von dem in Ober- und Mittellauf. Im Lauf der Jahrtausende musste die Ilmenau immer wieder ihre Fließrichtung den veränderten Eiszeiten und dem Lauf des großen Elbstromes anpassen. Durch Bau des Ilmenau-Kanals zwischen Wittorf und Lassrönne in den Jahren 1886 und 1888 entwickelte sich die bisherige Ilmenau zum „Altwasser― mit erlebnisreicher eigener landschaftlicher Prägung innerhalb einer weit gehend offenen Niederungslandschaft mit typischem Pflanzen- und Tierbestand. Ins Auge fallen in den Altwasserbereichen insbesondere die Teich- und Seerosenbestände, Froschlöffel, Flechtbinse und viele Weidenarten.

Bei den Vogelarten begegnet man am Gewässer auch dem Schilfrohrsänger, Braunkehlchen und mit etwas Glück auch der Trauerseeschwalbe. Natürlich ist der Weißstorch als Leitart der Niederungsbereiche hier mit zahlreichen Horsten vertreten. Auffallend ist in den angrenzenden Stillgewässern im Frühjahr der Moorfrosch, der während der Paarungszeit eine typisch blaue Färbung annimmt.

Die Wasservegetation der Ilmenau im Ober- und Mittellauf ist den Gesellschaften des Fluthahnenfußes und des Igelkolbens zuzuordnen. Die Ilmenauaue wird von Grünland dominiert, das von Solitärbäumen und Baumreihen, sowie eingestreuten Sümpfen und kleinen Erlenau- und Bruchwäldern durchsetzt ist. Häufig finden sich am Ufer der Ilmenau unterbrochene Gehölzsäume aus Erlen und Weiden sowie angepflanzten Pappeln.

Die Ilmenau zeichnet sich durch eine sehr artenreiche Fischfauna aus. Einige der 30-40 Arten sind stark gefährdet. Dazu gehören auch Äsche, Lachs, Elritze, Bitterling und Groppe. Auch Wirbellose finden sich reichlich. Allein 68 verschiedene Eintags-, Stein- und Köcherfliegenarten, davon 25 „Rote Liste―-Arten, konnten nachgewiesen werden. Weitere geschützte und zum Teil vom Aussterben bedrohte Arten, die in der Ilmenau vorkommen sind die Bachmuschel, die Grüne Keiljungfer (Libelle) und der Fischotter.

Um den ökologischen Zustand der Ilmenau und ihrer Nebenbäche noch weiter zu verbessern, wurden in einem Gewässerentwicklungsplan (GEPL) Maßnahmen festgelegt, deren Umsetzung zu einem naturnahen Zustand führen. Seit Mitte 2004 existiert ein GEPL für die Ilmenau. Die Ilmenau ist ein weit gehend naturnaher Fluss, die Umsetzung der Maßnahmen des GEPL sollen diesen Zustand noch weiter verbessern.